Kampfkunst mit dem langen Schwert
Moderne Schwertkunst in Münster und Umgebung

Moderne Schwertkunst

Moderne Schwertkunst verbindet das Sportgerät „langes Schwert“ mit Inhalten asiatischer Kampfkünste. Dabei setzt jede Übung andere Schwerpunkte: ob Ausdauer und Gleichgewicht im Grundschultraining, Respekt und Konzentration im Gefecht mit dem Partner oder Perfektion der Körperbeherrschung im Formenwettkampf - Moderne Schwertkunst ist für Frau und Mann, Jung und Alt geeignet. 

Das Schwertfechten mit dem anderthalbhändigen Schwert wird anhand „klassischer“ Techniken vermittelt. Aus den asiatischen Kampfsportarten sind Körperhaltung, Bewegung, Trainingsphilosophie und Sportkleidung (schwarzer Gi mit Gürtelfarben je nach Graduierung) übernommen.

Die Übungsschwerter für Grundschule, Partnerübungen und Formentraining werden nach genauen Vorgaben aus Holz gefertigt; im Freikampf Semikontakt kommen ausschließlich Schwerter aus Kunststoff oder Polsterwaffen zum Einsatz. Schutzausrüstung wird erst für fortgeschrittene Übungen und im Freikampf benötigt.

Mehr zur Sportart MSK auf der Homepage der Modernen Schwertkunst

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Training und Prüfungen

Wechselseitiger Respekt und das Einhalten von Regeln sind Grundvoraussetzungen des Trainings mit dem Schwert.

Die Grundschule vermittelt die grundlegenden Bewegungen mit und ohne Schwert. Besonders die Koordination aller Körperteile (Beinarbeit, Hüfte, Arme, Blick), aber auch gezielter Krafteinsatz und Schnelligkeit werden gefördert. Das heißt: Die vorgegebenen Bewegungsfolgen immer wieder üben, üben, üben - und die eigenen Fortschritte miterleben. Dabei hört das Lernen nie auf: Selbst Meister der Kampfkunst finden immer noch Verbesserungen.

In Gefechten lernen die Schwertkünstler, auf vorgegebene Angriffe des Partners mit der jeweils korrekten Technik zu reagieren. Dabei wird zunächst geübt, mit relativ einfachen Standardkontern auf einen einzigen Angriff des Partners zu reagieren; später kommen Drills als Verkettungen wechselseitiger Angriffe dazu. Fortgeschrittene Schüler üben "Stücke" (Variationen auf verschiedene ausgeführte Angriffe) oder "Bunkai" (Teile aus Formen, bei denen der Partner den sonst unsichtbaren Gegner darstellt). Teilweise ist hierzu Schutzausrüstung erforderlich.

Formen sind festgelegte Bewegungsabläufe, die den Kampf gegen einen oder mehrere Gegner darstellen. Hierbei kommt es darauf an, die korrekten Techniken mit Körperspannung und kontrollierten Bewegungen zu zeigen. Formen sind fester und unverzichtbarer Bestandteil des Trainings.  Fortgeschrittene Formen zeichnen sich durch einen fast tänzerischen, dynamischen Rhythmus aus. 

Der Freikampf Semikontakt ist die Anwendung der erlernten Techniken in einer Wettkampfsituation für fortgeschrittene Schüler. Verwendet werden Polsterwaffen (für Jugend und Unterstufe) oder Nylonschwerter. Dabei muss Schutzausrüstung getragen werden. Im Vordergrund steht hierbei nicht das Gewinnen, sondern die Anwendung der eigenen Kenntnisse auch unter Stress und in möglichen Gefahrensituationen. Fairness gehört selbstverständlich dazu!

Waffenlose Techniken sind ab der Mittelstufe Bestandteil des Prüfungsprogramms der Modernen Schwertkunst. Dabei verstehen wir die waffenlosen Techniken einerseits als Vertiefung der Grundprinzipien, die im Kampf mit dem Schwert Anwendung finden, anderseits ermöglichen Hebelgriffe und Fixierungen Variationen im Schwertkampf, z. B. gezielte Entwaffnungen. Zum waffenlosen Training gehört auch die Fallschule.

Abgelegte Prüfungen der Modernen Schwertkunst werden durch farbige Gürtel gekennzeichnet. Dabei verwenden wir ein an das Karate angelehntes Graduierungssystem mit Unterstufe (9.-7. Schülergrad: weiß, gelb, orange), Mittelstufe (6.-4. Schülergrad: grün, blau) und Oberstufe (3.-1. Schülergrad: braun). Daran schließen sich die Meistergrade (derzeit 1.-3. Meistergrad: schwarz) an. Das Prüfungsprogramm der einzelnen Graduierungen enthält vom Prüfling zu zeigende Einzeltechniken, Partnerübungen und Formen sowie jeweils einen Theorieteil. 

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Wettkampf

Die Moderne Schwertkunst richtet im zweijährigen Wechsel Regional- und Deutsche Meisterschaften aus. Regionalmeisterschaften sind die Nordwestdeutsche und die Bayerische Meisterschaft. Es gibt die beiden Wettkampfkategorien Formen und Freikampf Semikontakt. Im Formenwettkampf wird noch zwischen Einzel- und Mannschaftswettkampf unterschieden.

Im Formenwettkampf bewerten Kampfrichter die Ausführung einer festgelegten, komplexen Bewegungsfolge (Form), die den Kampf gegen mehrere Gegner darstellt. In der A-Note werden die Form an sich sowie die Schwerttechniken und die Beinarbeit benotet. Die B-Note wertet Körperhaltung, Körperspannung und Rhythmus; zusätzlich wird für die aus drei Startern bestehenden Mannschaften noch die Synchronität der Teammitglieder beurteilt.

Im  Freikampf Semikontakt treten je zwei Schwertkämpfer gegeneinander an - bis fünf gültige Trefferpunkte erzielt werden. Dabei wird auf Fairness und korrekte Techniken äußerster Wert gelegt. Drei erhaltene Verwarnungen führen zum Sieg des Gegners. Das Gefecht wird ebenfalls von Kampfrichtern geleitet und gewertet. Eine solide Kenntnis der Schwertarbeit ist für einen guten Freikampf unerlässlich - dazu gehört auch das disziplinierte Einüben von Grundschultechniken und Formen, das im Training erstrangig behandelt wird.

Freikampf Unterstufe 
mit Polsterwaffen

Organisation

Historisch gewachsen befindet sich der regionale Schwerpunkt der Modernen Schwertkunst im Süden Deutschlands. Außerhalb von Bayern ("Nordwest") gibt es derzeit nur drei Sportvereine, die regelmäßig Moderne Schwertkunst betreiben: 
TSG Burg Gretesch (Osnabrück)Turngemeinde Münster und Lintforter Turnverein
Im Herbst 2018 nahmen aus diesen drei Vereinen insgesamt 23 Teilnehmer an der Nordwestdeutschen Meisterschaft teil.

Der Verband für Moderne Schwertkunst in Bayern e.V. (VMSB) regelt alle organisatorischen Angelegenheiten der Sportart Moderne Schwertkunst, also z. B.:

  • Prüfungsordnung, Weiterentwicklung der Sportart, Trainer- und Wettkampfrichterausbildung, 
  • Richtlinien zur Beschaffenheit der Sportgeräte (Schwerter und Schutzausrüstung) 
  • Organisation von Wettkämpfen.

Wesentliche Beschlüsse werden von der jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung getroffen. Nur die Sportvereine sind direkte und stimmberechtigte Mitglieder des VMSB. Die Sportlerinnen und Sportler wiederum werden über die Vereine an den VMSB gemeldet und sind über diese in der Mitgliederversammlung vertreten. Die Meldung der Einzelsportler an den VMSB ist erforderlich für die Teilnahme an Prüfungen, Lehrgängen und Wettkämpfen.

Mehr zum VMSB auf der Homepage der Modernen Schwertkunst